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Was ist chronische Herzinsuffizienz?

Was ist chronische Herzinsuffizienz?

Herzschwäche bedeutet, dass das Herz in seiner Pumpleistung eingeschränkt ist. Der Fachbegriff dafür lautet „Herzinsuffizienz“.  Mediziner sprechen oft von einer links-ventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF, also „Auswurfleistung“ der linken Herzkammer), um die Herzschwäche zu beschreiben. Bei einem normalen, gesunden Herz liegt der Wert bei rund  60%, d.h. das Herz pumpt bei jedem Herzschlag mehr als die Hälfte seiner Blutmenge weiter. Liegt die Auswurfleistung z.B. nur bei 30%, wird entsprechend ein geringerer Anteil pro Herzaktion weitertransportiert. Bei körperlicher Belastung ist es für ein schwaches Herz dann schwieriger, den Körper ausreichend mit Blut bzw. Sauerstoff zu versorgen. Das äußert sich in körperlichen Beschwerden, wie Atemnot oder Erschöpfung.

Wenn die zu transportierende Blutmenge die Pumpleistung des Herzens überschreitet, kommt es zu einem Rückstau von Flüssigkeit im Körper, z.B. in die Lunge (Lungenödem oder auch „Wasser in der Lunge“) oder in die Beine (Beinödem oder auch „Wasser in den Beinen“, „dicke Beine“). Um diese gefährlichen Symptome zu vermeiden, hat Ihnen Ihr behandelnder Arzt vielleicht eine tägliche Trinkmengenbeschränkung verordnet, in der Regel in Kombination mit einer entwässernden Medikation (Diuretikum oder auch „Wassertablette“).

Neben einer entwässernden Medikation (Diuretika) gibt es zahlreiche Medikamente, die das Herz entlasten, die Symptome der Herzschwäche lindern und das Fortschreiten dieser chronischen Erkrankung verlangsamen.  Zu ihnen gehören Medikamente wie ACE-Hemmer, Betablocker und Aldosteronantagonisten. Auch spezielle Herzschrittmacher (CRT-Systeme), die eine verbesserte Pump-Koordination des Herzens ermöglichen, können die „Auswurfleistung“ des Herzens verbessern.

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Herzschwäche. Am häufigsten liegen eine koronare Herzerkrankung („Verkalkung der herzversorgenden Arterien“, KHK) und ein dauerhafter Bluthochdruck (arterieller Hypertonus) zugrunde. Weitere Ursachen sind Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen durch Virusinfekte oder auch toxische Schädigungen.

Leben mit chronischer Herzinsuffizienz

In Deutschland leben ca. 1,2 Millionen Menschen mit der Diagnose einer Herzinsuffizienz. Sie stellt eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar und betrifft insgesamt rund 1% der Bevölkerung westlicher Lände. Allein im Jahr 2010 wurden 434.000 Mal Herzschwäche-Patienten ins Krankenhaus eingeliefert – dies ist der häufigste krankheitsbedingte Einweisungsgrund in ein Krankenhaus in Deutschland.

Durch medizinische Fortschritte u.a. in der Herstellung neuer Medikamente und Prüfungen in klinischen Studien stehen inzwischen sehr gute Therapien zur Verfügung. Auch wenn generell eine körperliche Schonung sinnvoll ist, soll das nicht heißen, dass Sie nur zu Hause bleiben sollen. Im Gegenteil, regelmäßige Bewegung wird empfohlen, nicht bis zu Erschöpfung, sondern als moderates körperliches Ausdauertraining, wie zum Beispiel Radfahren, Laufen, etc. (natürlich in Absprache mit Ihrem Arzt).

Auch Reisen mit dem Flugzeug sind prinzipiell möglich, allerdings sollten Sie bei Reisen in andere Länder an eine Auslandskrankenversicherung denken, einen ausreichenden Vorrat Ihrer Medikamente im Handgepäck mitnehmen und sich der klimatischen Unterschiede bewusst sein. Wenn Sie beispielsweise eine Trinkmengenbeschränkung haben, ist diese natürlich bei Hitze entsprechend anzupassen. Reisen in bestimmte klimatische Gebiete werden nicht empfohlen:

  • Kälte tut nicht gut, da sich die Blutgefäße zusammenziehen und dem ohnehin belasteten Herz das Pumpen erschweren
  • Feuchtigkeit tut den Bronchien nicht gut, was das Atmen erschwert
  • Hitze tut nicht gut, da man automatisch mehr trinkt – und dies belastet wiederum das Herz

Bei Schwierigkeiten, eine Trinkmengenbeschränkung einzuhalten, haben sich einige “Hausmittel” bewährt, z.B. Eiswürfel oder Kirschkerne zu lutschen. Es sollte möglichst salzarm gekocht werden, damit Sie durch das Salz nicht zusätzlich durstig werden.